Wir waren einmal Rassisten

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Babies sind Rassisten. Sie werden nicht so geboren, aber ab dem dritten Lebensmonat wenden sie sich ihrer eigenen „Rasse“ in der biologischen Bedeutung eher zu, als Menschen mit anderer Hautfarbe, sagt eine Studie*. Warum tun sie das? Weil sie schutzbedürftig sind und einen natürlichen Überlebensinstinkt haben. Das ist nichts, wofür wir uns schämen müssen. Bedenklich wird es aber, wenn wir als Jugendliche, Erwachsene noch immer ausschließlich auf diese unsere niedrigsten Instinkte vertrauen. Wenn der Mensch wachsen will, dann muss er Rollen aufbrechen, Schubladen öffnen, Grenzen überwinden, Hände schütteln, Worte und Lösungen finden.

Aus Ängsten entstehen nämlich Vorurteile. Geboren werden wir nicht mit ihnen. Sie werden uns anerzogen. Babies, die nämlich von Geburt an mit Menschen verschiedener Ethnien in Kontakt kommen, wenden sich auch nicht eher Menschen der eigenen Hautfarbe zu. Sie sind aufgeschlossen. Von Anfang an.

Da unsere Gesellschaft aber nur wenig bunt ist, sind nicht nur Eltern und Pädagogen, sondern auch die Medien gefordert. Eltern müssen reden, erklären. Pädagogen müssen vermitteln und helfen. Medien müssen zeigen. Je bunter und vielschichtiger die ersten Babybücher, desto besser.

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Als ich klein war, gab es solche Bilder noch nicht in Kinderbüchern. Heute sind sie gang und gäbe, gut so. Denn nur wenn wir mit den Kindern reden, können sie verstehen und Ängste ablegen. Eine Bekannte von mir hat mir erzählt, sie hat laut geschrien, als sie das erste Mal einen Afroamerikaner gesehen hat. Sie war damals sechs Jahre alt. Das darf heute nicht mehr passieren.

Nur was wir nicht kennen, fürchten wir. Weil Rassismus aus Angst keimt ist er ein Zeichen von Schwäche.

Rassismus kann bekämpft werden. Am besten, indem er schon im Keim erstickt wird.

 

Heute ist Internationaler Tag gegen Rassismus! Dieses Thema liegt mir sehr am Herzen und spielt auch deshalb eine große Rolle in meinem ersten Roman „Nenad“.

 

Wer das gelesen hat, wollte auch das hier lesen.

 

* http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/diskriminierung-kleinkinder-bevorzugen-die-eigene-hautfarbe-a-401132.html