Was, wenn ich ein Weizen bin?

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Das Warten hat begonnen und viel schneller als gedacht, wird es schon ungemütlich. Deshalb lege ich die Karten offen auf den Tisch:

Ich habe mein Exposé bereits viermal verschickt. Erst danach habe ich beschlossen, diesen Blog zu starten.

(Also liebe Verleger, liebe Agenturen, falls ihr das hier lest: Ja, ich habe explizit euch ausgewählt. Das ist ja auch so eine Art Kompliment, oder?)

Eigentlich wollte ich ja auf Absagen warten, bevor ich es dann weiter versuche, aber ich gebe zu, ich bin jetzt doch etwas ungeduldig geworden. Was übrigens absolut unangebracht ist, da ich nicht mit einer Antwort vor Anfang Juni rechnen sollte. Aber ich kann es nicht ändern: Ich habe begonnen zu zweifeln, weil ich prinzipiell gerne und viel zweifle, bevorzugt an mir selbst.

Aber vielleicht auch zurecht, denn ich habe in den letzten Wochen herausgefunden, dass man es als JungautorIN echt schwer hat.

Verlage schenken dir sowieso keine Beachtung, weil sie mit ihren Stammautoren meist voll ausgelastet sind. Deshalb haben sich in den vergangenen Jahren viele Literatur-Agenturen gebildet, die für die Verlage die Spreu vom Weizen trennen sollen. Aber auch die haben scheinbar kein Interesse mehr. Selbst am potentiellen Weizen nicht, wie ich auf ihren Websites lesen kann: „Bitte keine Manuskripte zusenden. Wir lesen sie nicht.“, steht da oft.

Also was tun? Vielleicht gehe ich einfach auf den Hauptplatz, stelle mich auf eine verkehrte Bierkiste und trage mein Schriftstück laut vor. So wie die Redner im alten Rom, oder in der Speaker’s Corner im Hyde Park. Damit hätte ich meinen Roman ja auch irgendwie veröffentlicht. Ich bin mir sicher, eine kleine Menschentraube würde sich schon bilden. Ganz bestimmt. Alle wären zufrieden! Nein, stimmt nicht. Ich nicht. Und deshalb habe ich mein Exposé jetzt an noch eine Agentur, die es gar nicht haben will – schreiben sie auf ihrer Website – geschickt. Noch gebe ich nicht auf. Auch wenn diese Weisheit „Aufgeben tut man nur einen Brief“ auf mich nicht zutrifft. Ich versuche nämlich Postverkehr tunlichst zu vermeiden. Abgesehen davon, gebe ich mich selbst und mein Tun mehrmals täglich auf, ja schmeisse es regelrecht hin – mache aber dann halt doch irgendwie weiter. Man muss ja. Und genauso ist es mit meinem Buch: Es muss ja!

Übrigens: In deutschen Romanen regnet und schneit es doppelt so viel, wie in Wirklichkeit. In meiner Geschichte nicht, obwohl es alles andere als ein Schönwetterroman ist. Mein Buch spielt in Wien, in Kroatien und in Montenegro. Es fallen nur sehr wenige Regentropfen und Schneien tut es überhaupt nie, da die Hauptfiguren immer im Frühling aufeinandertreffen: 1992, 1996, 2000, 2005 und schließlich im Hochsommer 2013, kurz vor den österreichischen Nationalratswahlen.

Das Foto für diesen Blogeintrag habe ich ausgewählt, nicht nur weil es gerade regnet, sondern weil dieser Ort auch eine wichtiger Schauplatz in meinem Buch ist.

 

Einen schönen, verregneten Sonntag noch! (Vorzugsweise mit einem guten Buch.)

 

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