Was du tun kannst

traiskirchen

Bundeskanzler Faymann erklärt Journalisten das Problem, das Chaos in Traiskirchen wie folgt:


„In Traiskirchen heißt es, haben 1800 Menschen Platz. Nachdem da jetzt 3500 sind, sind es zu viel. Und wenn wo zu viele sind, passieren Dinge, die nicht in Ordnung sind. Und man sieht es dort. Manche stellen kleine Zelte auf. Die Amnesty hat einen Bericht gemacht. Andere haben Berichte gemacht von Mängeln. Und 1500, also die Zahl, die dringend notwendig wäre, könnten schon in Quartiere gebracht werden. Da ist die Erstaufnahme schon erledigt. Also ich will jetzt nicht auf die Details eingehen.“

Deshalb liefert er auch gleich die Lösung des Problems dazu. So einfach. So naheliegend. Warum ist noch niemand darauf gekommen:

 Aber wenn wir genug Quartiere schaffen, entlasten wir Traiskirchen.“

Nun ich habe auch eine ganz einfache Erklärung für diese Aussage parat. Faymann und die gesamte Regierung muss die letzten Wochen irgendwo geurlaubt haben. Auf einem anderen Stern. Wo eifrig über Dinge wie Quoten und Aussengrenzen gepokert wurde. Anders kann ich mir nämlich diese Aussage nicht erklären. 

Das Gute ist: Die Regierung dürfte ansatzweise doch vermuten, dass Handlungsbedarf besteht. Und sie dürfte sich jetzt doch sogar einbringen wollen.

Deshalb hier eine kurze Auffrischung, was andere einstweilen gemacht haben:

Andere stellen aus dem Nichts eine Krankenstation auf die Beine. Andere versorgen. Verarzten.
Andere geben Deutschkurse im Schatten.
Andere sortieren in den Sammelstellen.
Andere errichten einen W-Lan Hotspot.
Andere stürmen die Charts mit Schweigeminuten. Setzen Zeichen.
Andere sammeln in ihrer Umgebung Sachen. Sie spenden Geld.
Viele, viele andere öffnen ihre Kofferäume. Verteilen.
Andere geben durstigen Kindern Wassermelonen.
Andere. Das sind sie. Das sind wir. Das bist du.
Wären sie nicht. Wären wir nicht. Wärest du nicht, wäre alles noch viel, viel schlimmer.
Vergessen dürfen wir aber auch nicht: Es gibt dann noch andere Andere. Die rollen mit ihren Autos durch die Akademiestraße, hupen und rufen: „Schleichts eich.“
Andere bezeichnen Menschen als Tiere. Wieder andere fordern Konzentrationslager.
Spucken auf die Menschen, die am Boden liegen.
Sind neidig auf die, die eh nichts haben.

Und wieder andere lassen Kinder, traumatisierte, wehrlose Kinder unbeaufsichtigt herumlaufen, wo niemand sie beschützen kann vor wieder anderen.

Was es deshalb jetzt braucht:

Menschliches Handeln. Menschliches Handeln der Politik.
Gemeinsam Gehen für menschliche Verhältnisse in Traiskirchen. In ganz Österreich.
Lasst uns am 31.8. ein zweites Lichtermeer machen. Um 18h am Christian-Broda-Platz, 1060 Wien. Weil wir alle Menschen sind. Gehen wir auf die Demo. Leise lauter werden als alle anderen.

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