To book, or not to book?

 

Schneller als erträumt, erhofft, sieht es so aus, als hätte ich einen gefunden. Einen Verlag, der bereit wäre, meinen Roman zu publizieren, zu drucken, zu veröffentlichen. Erinnert ihr euch noch an meinen ersten Blogeintrag? Da steht, dass genau das mein Ziel, und auch der Grund für diesen Blog ist.

Umso mehr werdet ihr mich jetzt für total verrückt halten, wenn ich euch sage, oder besser hier schreibe, dass ich zögere. Was ich selbst auch nie für möglich gehalten hätte vor ein, zwei Monaten.

Warum? Einerseits bin ich unglaublich dankbar. Bin gleichermaßen erstaunt, wie überwältigt, denn ich dachte ehrlich, meine Bemühungen, die Arme Richtung Agenturen und Verlage auszustrecken, wären vergeblich. Mein Blog, ein süßer, aber doch eher erbärmlicher Hilfeschrei: „Nehmt mich, nehmt mich, verlegt mich!“, der nie wirklich gehört werden würde. Ein Teil von mir denkt immer noch so. Derselbe Teil will auch, dass ich sofort „Ja“ schreie, Hände schüttle, Verträge unterzeichne.

Aber ich will vollkommen ehrlich sein, vorallem, oder gerade weil auch Verlage diese Zeilen lesen können. Denn in dieser Welt gibt es schon zu viele Unehrlichkeiten, Lügen, Halbwahrheiten, Ausreden. Deshalb lege ich meine Karten ganz offen auf den Tisch: Es gibt da noch diesen anderen Teil in mir. Der verunsicherte, ängstliche, zweifelnde Teil. Und der ist ein bisschen lauter. Ich höre auf diese Zweifel. Denn ich hatte sowieso beschlossen, alles noch einmal zu überarbeiten und die Zeit, die ich mir dafür nehme, will ich auch dazu nutzen, alles zu überdenken. Nicht den Roman selbst, der Inhalt steht. Sondern eher, was ich damit machen will. Wie ich publizieren will. Es gibt so viele Fragen, die ich beachten und beantworten sollte:

Erstens: Überall hört man jetzt, dass junge Autoren ohne Verlag besser dran sind, ihre Bücher doch rentabler „vere-booken“ sollten. Stimmt das denn? Und was ist, wenn es doch der falsche Weg ist? Ausserdem wollte ich doch so gerne ein gebundenes Exemplar in Händen halten.

Zweitens: Sollte ich doch noch auf andere Angebote, oder zumindest Antworten warten? Nicht, dass ich so schnell so überheblich und größenwahnsinnig geworden bin. Aber der Verlag, der mit mir zusammenarbeiten will, ist sehr klein. Soll ich es doch noch bei größeren Verlagen zumindest probieren? Was ist, wenn ich es später bereue, nicht einmal den Versuch gewagt zu haben? Was mir hier allerdings im Weg steht: Die großen Verlage wollen Exposé und Leseprobe auf dem „bad old“ Postweg. (Von meinem Postproblem habe ich euch ja schon mal erzählt.) Oh Mann, das wäre für mich so eine unvorstellbare Überwindung. Ich wollte ja ehrlich sein, also: Das war einer der Gründe, warum ich nur vier kleine Verlage angeschrieben habe. Ja, ja. Ich weiß…..Schüttelt ruhig die Köpfe. Ich stehe zu meiner Postphobie.

Drittens: Dieser Verlag macht kein Marketing. Das müsste ich selbst übernehmen. Da stellt sich zuerst die Frage: Kann ich das? Schaffe ich es, das Buch zu verkaufen. Um wieder einmal ehrlich zu sein, ich glaube eher nicht. Ich bin ja nicht einmal gut darin, mich selbst zu verkaufen. Wenn ich das noch dazu in der Öffentlichkeit tun müsste, käme das einem schlimmeren Albtraum gleich, und dazu müsste ich nicht einmal nackt sein. Eigenwerbung ist nichts für mich. Welch Ironie, nicht? Schließlich tue ich hier gerade ja nichts anderes. Aber ihr wisst ja gar nicht, wie schwer mir das fällt.

Also, mit diesen Fragen werde ich mich jetzt beschäftigen und währenddessen meinem Roman den letzten Schliff verpassen.

Vielleicht hat von euch ja jemand einen Rat, eine Empfehlung, was ich am besten tun sollte?

Gar nicht so leicht, hier die richtigen Entscheidungen zu treffen. Das will, oder muss alles gut überlegt sein. Eine zweite Chance gibt es vielleicht nicht. Also bitte Alina, vermassle das jetzt nicht!

 

Alles über meine erfolgreiche Verlagssuche gibt es hier.