Politiker unserer Wahl

Vorsicht: Sometimes you get what you want

Parlament

 

Der SPÖ-Abgeordnete und Gewerkschafter Muchitsch wohnt in einer der billigsten Wohnungen in ganz Wien. Die Presse deckt das auf. Er kündigt die Wohnung und entschuldigt sich. Nicht weil er einen Fehler gemacht habe, sondern weil die moralischen Ansprüche von der Bevölkerung an einen Politiker besonders hoch seien, sagt er in einer Presseaussendung.

Ernsthaft? Das wäre mir neu. Sehen wir uns die Aufreger der letzten Woche an:

  1. Eine Abgeordnete, die angibt Ärztin zu sein, obwohl sie keine Ärztin ist. (Erinnert ein wenig an einen Nationalratspräsidenten aus der selben Partei übrigens, der als „Rechtsanwalt“ kandidiert hat, obwohl er nur Rechtsanwaltsanwärter war. Aber das ist Schnee von gestern und ich wollte mich schließlich auf die letzten Tage beschränken.) Freiheit gilt als höchstes Gut in dieser Partei. Gemeint wohl auch die Freiheit a bisserl zu schummeln im Lebenslauf, zu polieren für die Karriere.
  2. Dann gibt es da noch einen Parteichef, der sich eine der schlimmsten menschlichen Tragödien dieses Jahres zunutze macht, um gegen Minderheiten zu hetzen. Grundlos. Haltlos. Hauptsache Österreich zuerst.
  3. Und dann war da noch diese Partei, die eine Mitarbeiterin feuert. Einen Grund dafür gab es auch da nicht. Oder doch nicht etwa, weil sie 2h davor die Gründung eines Betriebsrat angeregt hatte? Ein Schelm wer da was Böses denkt. Nein. Das ist bestimmt der neue Stil, nicht wahr? Da rollen schon hin und wieder auch die neuen Köpfe.
  4. Und heute, ja heute gibt es auch noch die Partei, die sich sozial nennt und es für moralisch ganz unbedenklich hält vorbeifahrende Autofahrer mit Schildern gegen ein dringend notwendiges Asylzentrum in Linz zu mobilisieren.

Also Herr Abgeordneter Muchitsch. Ihre Entschuldigung in allen Ehren. Aber bitte vergessen sie die Moral. Diesbezüglich hat der/die WählerIn keine Ansprüche. Was wir erwarten ist Dreistigkeit, Skrupellosigkeit, Unmenschlichkeit und soziale Kälte. 


Tja, aber wir sollten auch nicht vergessen: Wir könnten dann doch eventuell bekommen was wir wählen!

 

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