Die Zeit rinnt

lass liegen

08:23h

Mein Sohn ist gerade eingeschlafen. Und ich habe echt Glück, denn der Haushalt schreit: „Lass mich einfach liegen.“

Wenn ich ein Ziel in meinem Leben nie hatte, war es reich zu werden. Wollt‘ ich nie. Ich habe es dann auch nie probiert. Und es ist mir auch nicht einfach so passiert. Leider. Das bereue ich jetzt irgendwie. Denn, was ich ausser Acht gelassen habe, weil ich so viel davon hatte, war, dass man sich Zeit kaufen kann.

Jetzt würde ich sie nämlich dringend brauchen und auch kaufen: Die Zeit. Zeit, um zu schreiben. Denn da sind sie jetzt, die Verlage. Sie stehen noch nicht Schlange, aber Chancen wurden meinem Werk durchaus attestiert.

Klar, kleine Änderungen müssten vorgenommen werden. Ich muss also mein Buch, meinen ersten Roman, noch einmal bearbeiten, überarbeiten. Eigentlich bräuchte ich einen Lektor, den ich aber niemals bezahlen kann. (Da hätte sich das reich sein gleich doppelt gelohnt.) Deshalb nehme ich einstweilen Expertenmeinungen und Anleitungen dankbar an. Ich denke nicht, dass hier zu viele Köche den Brei verderben. Im Gegenteil, vier Augen sehen mehr als zwei. Acht mehr als vier.

Und egal, ob ich mein Buch jemals einem Verlag übergebe, oder es selbst als e-book herausgebe, es muss also noch daran gefeilt werden. Und ich weiß auch wie. Deshalb will ich es noch nicht in fremde Hände geben. Zuerst möchte ich selbst noch daran arbeiten, es verbessern, aufwerten. Denn ich sehe jetzt, dass ich eine Chance habe, in den Buchmarkt einzusteigen. Ich muss ihn ja nicht gleich erobern. Ich glaube jetzt fest daran: Mein Buch ist ein Rohdiamant. Ich will ihn noch schleifen. Ich selbst will das tun.

Mein Plan sieht so aus: „Ratlos – Die Wahrheit über unsere Kinder“ muss warten, ich gehe zurück, widme mich Nenad und versuche auch den Blog nicht zu vernachlässigen. Ich will das verdammt nochmal, zu einem Ende bringen. Nicht nur das! Ich will es zu einem guten von Anfang bis zum Ende bringen.

08:52h Tja. Die Zeit ist abgelaufen. Kind ist aufgewacht. Grinst und gluckst mich an. Meint wohl: Los gib‘ MIR jetzt deine Zeit. Und ja, selbstverständlich. Das mache ich.

 

Ich habe hier Raum, was ich brauche ist Zeit.

Ich pfeif‘ auf die Muse, die hat mich 100 Mal schon geküsst. Was ich brauche ist Zeit.

Ich habe längst nachgedacht, alles durchgedacht, was ich brauche ist Zeit.

Und wo ist sie, wenn man sie am dringendsten braucht? Wenn man sie weder nehmen, noch stehlen kann?

Ich muss sie mir lassen, dann wird sie auch kommen – die ach du liebe Zeit!

 

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