Kinderquatsch(erei) II

mund

 

Nach Stadt, Land, Flucht jetzt die Fortsetzung meines erfolgreichsten Blogeintrags aller Zeiten (9 Monate sind es jetzt schon): Und den habe nicht ich geschrieben, sondern mein Sohn gesprochen. Also er ist der Bestsellerautor in der Familie. Lest und lacht:

 

Ich: Ich gehe heute Abend weg. Ihr macht zu Hause also einen Männerabend.

L: Was macht man da?

Ich: Männersachen halt.

L: Puzzles?

 

Wir reden über den Wetterbericht.

L: Und was sagt der Blätterbericht?

 

L: Wenn der Rotz aus der Nase kommt, nennt man das Rotzverteilung, gell?“

 

Ein Missverständnis konnte nach vielen Jahren der Schlaflosigkeit letztendlich geklärt werden:

L: „Ich habe gedacht, mein Bett ist ein Turnplatz.“

 

Bei der Schnullerentwöhnung geht unser Sohn über Leichen, wenn nötig sogar über die eigene. Clevererweise glaubt er dabei an Wiedergeburt:

L: Wenn ich gestorben bin und dann wieder lebe und ein Baby bin, kann ich dann wieder einen Schnuller haben?

 

L: Wohnen das Christkind und der Nikolo eigentlich zusammen?

Ich bin ja sonst auch nicht auf dem Mund gefallen. Aber bei dieser Frage habe ich mir Recherchezeit bis Nikolo 2015 erbeten. Hat jemand einen Rat?

 

L: Ich brauche zwei Polster. Weil ich habe ja auch zwei Ohren!

Vielleicht ein superschlaues, neues Verkaufsargument für die Pölsterindustrie?

 

Ich: Gehst du dir bitte nach dem Essen die Hände waschen?

L: Nein. Muss ich nicht. Ich habe nur die sauberen Pommes gegessen.

 

Wir suchen gemeinsam die Nachtapotheke auf. Wegen furchtbar schmerzender Bläschen im Mund (Feuchtblattern).

Als ich gerade zahle ruft L laut: Haben sie bitte Traubenzucker?

Die ganze Glaubwürdigkeit dahin.

 

L: Das Essen schmeckt komisch.

Ich: Wie komisch?

L: Nach Bio.

 

Ich: Schau der ganze Schnee schmilzt.

L nostalgisch seufzend: Jetzt wird’s endlich Herbst.

 

Baby J. ruft laut: A A A A

L aufgeregt: Schau Mama. Er kann schon einen Buchstaben.

 

L: Ich mag nur Bubenfarben.

Ich: Bitte was sind Bubenfarben?

L: Rot, blau, biolett.

Ich: Du meinst violett.

L: Rosa mag ich nicht.

Ich: Wieso nicht?

L: Nur auf den Blumen.

Ich: Und was ist mit Pink?

L: Was ist Pink?

Ich: Eine Farbe , so ähnlich wie rosa.

L: Kennst du Pinkerbell?

So verlaufen sich ca. 80% unserer Unterhaltungen: Zwischen dem Hundertsten und Tausendsten irgendwo im Sand.

Am selben Tag L: Meine Lieblingsfarben sind Rot, Rosa und Violett. Und Schwarz.

 

Ich: Hast du da ein Gesicht gezeichnet?

L: Nein. Das ist ein Apfel mit zwei Augen und einem Mund.

 

Hier geht’s zur Nachlese: Kinderquatsch(erei) Teil I

 

Mit meinem Buchtagebuch hat dieser Eintrag zwar nichts mehr zu tun. Aber manchmal muss man sich einfach zurücklehnen und andere für sich arbeiten/reden lassen. In diesem Sinne, wunderbaren Tag euch allen!