Ich schäme mich für uns (Teil I)

Zwei Seelen wohnen, ach! In unserer Brust.

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Martin Luther King, Rosa Parks, Nelson Mandela, Malala Yousufzai. Das sind Menschen, die wir verehren. Wir feiern sie als Helden. Weil sie für die Gleichberechtigung gekämpft haben, sogar ihr Leben in diesem Kampf aufs Spiel gesetzt haben. Ohne sie wäre die Welt um ein ganzes Stückchen schlechter. Da sind wir uns alle einig.

Aber dann hält eine bekannte 24-jährige Schauspielerin eine Rede vor der UNO, spricht bewegende Worte über Feminismus und Gleichberechtigung, und was passiert? Sie wird mit Spott, Hohn und Beschimpfungen überhäuft, weil sie angeblich zu privilegiert sei, um sich darüber zu äußern. Sie sei nicht dazu !berechtigt!? Zugegeben sie hat nicht kämpfen müssen. Aber sie hat eine Rede gehalten, bewegende Worte gesprochen. Und wir alle wissen, was Reden, was Worte bewirken können. Sie können Träumen helfen in Erfüllung zu gehen. Und sie können leider auch Wellen des Hasses auslösen.

Aber in diesem Fall ist das falsch, finde ich. Da wir alle gleichberechtigt sein sollten, darf sich auch jeder zu diesem wichtigen Thema äussern. Auch privilegierte Frauen. Auch Männer. Genau darum geht es ja in der Heforshe-Kampagne. Wer hier aufschreit hat nichts verstanden. Wer hier aufschreit, hat Angst. Angst vor Frauen. Dem Geschlecht, das ach so schwach gar nicht ist. Hat Angst, dass Frauen irgendwann in weiter Ferne doch noch einmal die gleichen Rechte haben könnten.

Gleichberechtigung tut nicht weh. Niemandem. Nur weil jemand mehr Rechte bekommt, werden sie jemandem anderen nicht genommen! Kapieren wir das doch endlich.