Harrys liabste Feuchtgebiete

 

Es ist jetzt sechs Wochen her, dass ich das Exposé meines Romans verschickt habe. Zeit für eine kurze Bilanz: Das Gute ist, ich habe noch keine Absage erhalten. Das Schlechte ist, ich habe auch noch keine Zusage bekommen. Um es klar auszudrücken, ich habe bis jetzt noch überhaupt keine Antwort erhalten.

Bitte liebe Verlage, fühlt euch jetzt nicht unter Druck gesetzt. Nehmt euch die Zeit, die ihr braucht. Wirklich. Ich bin eine sehr geduldige, und wie ihr an den folgenden Zeilen erkennen werden, auch reflektierende Buchschreiberin. Bescheiden bin ich sonst eigentlich auch noch, falls sie diese Eigenschaft jetzt in den vorangegangenen Zeilen vermisst haben.

Mir ist klar, dass ein Buch zu verlegen schwieriger ist, als das gleiche mit einem Schlüssel zu tun. Die Entscheidung ist wahrscheinlich mit Mut und Risiko verbunden. Schließlich sind Bücher ja auch oft Geschmackssache. Man denke dabei an Shades of Grey. Manch andere/r Lektor/in hätte möglicherweise bei der Lektüre des Romans das Gesicht angewidert verzogen und noch drei Groschen für dessen Entsorgung bezahlt. Das hätte Charlotte Roche möglicherweise auch passieren können, wäre ihr Gesicht samt Viva nicht schon ein bekanntes im Fernsehen gewesen. Die Stärke dieser erwähnten Bücher und deren Autorinnen ist meiner Meinung nicht unbedingt ihre literarische Qualität (mit Verlaub), sondern, dass ihre Inhalte polarisieren. Genauso wie ich jetzt wahrscheinlich mit dieser Aussage. Schließlich haben sich diese Bücher millionenfach verkauft, standen auf den Bestsellerlisten, während ich meine Texte hier freiwillig gratis zur Verfügung stelle, obgleich nicht umsonst hoffentlich.

Bei Harry Potter wiederum sind sich fast alle Leser und Buchexperten einig, dass die Geschichten sowohl Kinder, aber auch Erwachsene verzaubern. Und wir alle wissen, dass gleich mehrere Verlage dieser Goldgrube erstmal in großem Bogen ausgewichen sind.

Mein Buch ist weder ein Feuchtgebiet, es ist mehr Schwarz- und Weißmalerei, aber durchaus mit Grauzonen. Und es gibt auch einen Stein, der so manches weiß.

Also liebe Verlage und Agenturen, ich verzichte auf S(t)choßgebete, dafür lassen Sie diesen brandaktuellen Feuerkelch nicht so leicht an sich vorüber ziehen.

Und nun das Wichtigste: Einen herzlichsten, tausendfachen Dank an die vielen neuen und so zahlreichen Leser! Meine Leseprobe hatte gestern Klicks im vierstelligen Bereich! Zwar im ganz unteren (Ja, ganz recht: Ehrlich bin ich auch noch.) – aber egal! Ich freue mich über jeden Einzelnen.

 

Alles über meine erfolgreiche Verlagssuche.