Das Internet ist eine Nummer zu groß für uns alle!

 

netz

 

Elke Lichtenegger, Markus Lanz, Conchita Wurst, Larissa Marolt….who wants to be next?

Als ich zu Beginn der 2000er Jahre Kommunikationswissenschaft studiert habe, hieß die Bibel des Studiums noch „Praktischer Journalismus in Zeitung, Radio und Fernsehen.“ Von Internet ist da kaum die Rede gewesen. Heute klingt dieser Titel überholt, fast wie aus dem Mittelalter. Die Situation hat sich in den letzten Jahren schlagartig geändert. Denn die Kommunikation wird immer schneller und der Grund dafür ist natürlich das Internet. Heutzutage konsumieren die Menschen erst die Nachrichten, nachdem sie die neuesten Meldungen über SocialMedia-Plattformen erfahren haben, über ihre sogenannten Freunde. Irgendwer postet da eine Todesmeldungen, macht dort aus einer Naturkatastrophe einen Witz, bagatellisiert einen Selbstmord und macht sich über Mobbing lustig. Nachrichten werden personalisiert.

Das birgt jede Menge Potential, nämlich Gefahrenpotential. Ein bisschen Segen für jede Menge Fluch. Jede Meldung wird ohne zu Zögern mit Meinung vermischt. Der „Post“zug fährt los und schon springen die Massen auf. Es wird „geliked“, „geshared“ und gepostet, ohne dass darüber nachgedacht wird, was Angehörige denken, wer dabei die Opfer sind, wer sich kränken könnte. Und ohne die Meldung überprüft zu haben, auf ihren Wahrheitsgehalt.

Hier ist es aus dem Zusammenhang gerissen, aber ich gebe Angela Merkel vollkommen Recht, wenn sie sagt, dass das Internet für uns alle Neuland ist. Schon die Reaktionen auf ihre Aussage, haben das bestätigt. In wenigen Minuten verbreiten sich solche Sätze wie Lauffeuer über das Netz. Alle zeigen mit dem Finger, klauben zwanghaft maximal 140 Zeichen zusammen, wirklich reflektiert wird nicht.

Wellen der Boshaftigkeit überschwemmen Twitter und Co., sogenannte Shitstorms brechen los. Hier zeigt sich wieder wie gefährlich der Mensch im Rudel ist, noch dazu unter dem Deckmantel der Anonymität, als Synonym.

Ich würde sogar soweit gehen, zu sagen, das Internet ist eine Nummer zu groß für uns. Denn wir müssen uns bei der Nutzung selbst regulieren und aufpassen was wir sagen, mögen und teilen. Ich werde gleich einmal anfangen darüber nachzudenken. Aber nicht zu viel, denn ich will nicht, dass dieses Internet, dieses Facebook und Co. mehr Platz in meinem Leben einnimmt, als es nötig ist. Darüber werde ich auch gleich nachdenken. Wie viel davon ist denn nötig. Denn das wirkliche Leben findet schließlich woanders statt – ausserhalb des Internets. Geht’s hier wieder raus?

 

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