Archiv für den Monat: März 2015

Ein Buch kommt auf die Welt

storch

In den letzten Wochen ist es ruhig geworden um mein Buch. Das liegt daran, dass es gelesen wurde. Von zwei Lektoren wurde es geprüft und anschließend wurde noch ein Korrektorat gemacht.

Lektorat und Korrektorat das sind nämlich ganz unterschiedliche Paar Schuhe. Äpfel und Birnen. Zwei verschiedene Stufen im Buchentstehungsprozess. So wie Vorwehen und echte Geburtswehen. Jaja, keine Panik. Ich höre schon auf mit den bildlichen Vergleichen und gehe zu den Fakten über.

Beim Lektorat wird das Buch stilistisch angepasst. Das Korrektorat lässt den Inhalt Inhalt sein und kümmert sich um das Grobe: Grammatik, Zeichensetzung (da haben sie bei meinem Buch besonders viel zu tun, nehme ich an), Satzbau und Rechtschreibung.

Im Laufe des nächsten Monats bekomme ich dann mein Buch zur Sichtung zurück. Das fühlt sich in etwa so an, wie damals in der Schule. Wenn man auf die Rückgabe einer Schularbeit gewartet hat. Mulmig. Aufgeregt.

Der nächste Schritt wird dann das Lay-out sein. Darauf bin ich auch schon unglaublich gespannt und hoffe, da ein bisschen mitreden zu können.

Auch wenn euch der Geburtsvergleich von vorhin bescheuert vorkommt, ich ziehe ihn jetzt doch noch einmal heran. Bei einem Kind ist das nämlich ähnlich wie bei einem Buch. Bevor es nicht auf der Welt ist, weiß man nicht, wie es aussieht. Wie es sich entwickelt. Genau so geht es mir jetzt mit dem Buch. Was das genau ist, was es wird, werde ich erst erkennen, wenn ich es gedruckt in meinen Händen halte. Ich habe es zwar geschrieben, aber ich weiß nicht, was genau da entstanden ist. Von wem es gelesen wird. Und wo. Im Cafehaus? Auf der Couch? In der Straßenbahn? Wird es in einer Bücherei stehen? Auf einer Katalogliste? Zum Entlehnen. Welches Gefühl werde ich haben, wenn ich es selbst in einem Buchladen ausgestellt sehe. Wie wird es bei den Lesern ankommen? Und wie werden die Kritiken ausfallen?

Aber eigentlich ist das alles egal. Denn dieses Buch ist ein Teil von mir. Gehört zu mir. Und ich werde immer dazu stehen. Wie das halt so ist mit Kindern, ähhhh Büchern.

Wer das gelesen hat, wollte auch das lesen.

Dummheit kann verkaufen.

 money

Im Leben geht es ja nur noch darum, wie man sich verkauft. Das wird auch jemand, der das Wort „money“ im Namen trägt wissen. Auch Rapper müssen ein Image pflegen. Den bösen Jungen raushängen lassen. Das können sie auch. Denn liebe Kuschel-Rapper gibt es nicht. Das passt nicht.

Worum geht es: Der österreichische Rapper Money Boy hat nach dem Flugzeugabsturz in den französischen Alpen eine Reihe dummer Sprüche losgelassen. Auf Twitter. (Ich werde sie nicht zitieren.)

Was passiert: Wer blöd postet wird gebasht. An den Pranger gestellt. Soziale Netzwerke sind gefährlich. Da verfolgt die Cyber-Polizei, Moral-Apostel heben den Zeigefinger und Anstandswauwaus beißen ins Wadel. Das Netz vergisst nicht so schnell. Mittlerweile ist dieses Phänomen keine Seltenheit mehr. Justine Sacco mit ihrem geschmacklosen und unüberlegten Witz über AIDS. Lindsey Stone mit ihrem „rebellischen“, sowie respektlosen Foto auf dem Nationalfriedhof Arlington. Auch Österreich hat schon längst seine Shitstorm-Schicksale zu beklagen. Gabriele Heinisch-Hosek, Elke Lichtenegger, Anna Netrebko. Und jetzt? Money Boy? Aber sein Fall ist ein anderer. Er ist Rapper. Er will hart sein. Tut zumindest so. Kein Rapper verkauft sich indem er Werbung für santes Toilettenpapier macht.

Ja, seine Sprüche waren dumm. So dumm, dass sie niemandem einfach so rausrutschen. Niemandem, der nur annähernd eine Ahnung hat, welch unbändige Kraft die Masse im Internet haben kann. Er ist ein Bub, der Geld machen will. Der Schlagzeilen braucht. Und wir? Wir fallen darauf rein.

 

Wer das gelesen hat, wollte auch das hier lesen.