Archiv für den Monat: Januar 2015

Spielverderber!

Es ist ja leider so, dass Eltern und Kinder oft ganz andere Vorstellungen davon haben, was richtig oder falsch, was gut oder schlecht, wichtig oder unwichtig ist. Also generell sehen Kinder die Welt ganz anders als wir. Kinderzentrischer. Und weil diese Sicht der Dinge ebenso eine Berechtigung hat wie unsere (http://alina-rheindorf.at/die-7-elternsuenden/), habe ich die sieben Elternsünden aus der Sicht der Kinder zusammen gefasst: 

 

sinss

 

  1. Zuerst geben sie ihn, dann nehmen sie ihn wieder: Den heißgeliebten Schnulli.
  2. Sie verbieten Dinge, die sie selbst ständig tun. Wie Lichtschalter betätigen.
  3. Sie zwingen einen alles zu teilen, aber die eigenen, wirklich coolen Sachen, Kamera, Handy, Computer borgen sie selbst nie her.
  4. Alles, was perfekt in den Mund passt, oder durch ausgefeilte Gaumen- und Kieferakrobatik passend gemacht wurde, pulen die aufmerksamen Erwachsenenzeigefinger sofort wieder heraus.
  5. Alles, was richtig Spaß macht und gut schmeckt, wird streng rationalisiert: Fernsehen, Süßigkeiten, Gute-Nacht-Geschichten.
  6. Sie unterbrechen wichtige Spielzeit mit Dingen wie Essen, Toilettengängen, Anziehen (nervt besonders vielschichtig im Winter).
  7. Ausgeklügeltes, perfekt arrangiertes Spielzeugeldorado im Kinderzimmer betiteln sie als Unordnung.

Und auch hier bin ich in allen sieben Fällen schuldig im Sinne der selbst verfassten Anklage.

 

 

Sag kein Wort

Medien und Politik: Sie lieben sich nicht, aber sie brauchen sich.

banane

Es gibt ja Dinge, die darf man wirklich nicht sagen. Dass in Saudi Arabien nicht jeden Freitag geköpft wird, zum Beispiel. Nicht einmal denken darf man das, denn damit ist die Seele eigentlich schon für immer verkauft. Wenn man so etwas ausspricht, könnte das sogar einen (verspäteten) Rücktritt zur Folge haben*. Und das tut wirklich weh. Die Seele verkauft haben schon viele, aber zurückgetreten? Von irgendwas? In Österreich? Das hat Seltenheitswert.

In Österreich ist überhaupt vieles ein bisschen anders. Eben auch das Verhältnis Politik und Medien. Da gibt es Dinge, die darf man zwar sagen, aber die hört niemand gerne:

Nämlich, dass Pressefreiheit zwar schön aussieht in der Verfassung. Aber in der Realität zuviel Freiheit auch nicht immer so gut ist. Man legt sich daher freiwillig ein Korsett an. Hände gehören gewaschen, denkt sich die Presse. Warum also wasche ich nicht deine und du meine, denkt die Politik. Gefälligkeitsjournalismus? Aber geh! Es ist ja nicht so, dass sich die Politiker Freibriefe kaufen. Über Inserate, oder so. Es ist ja nicht so, dass sich die Politiker aussuchen, wem sie ein Interview geben. Es ist ja nicht so, dass Journalisten gemieden werden, die unangenehme Fragen stellen. Es ist ja nicht so, dass der Bundeskanzler jahrelang den Auftritt in der vielleicht wichtigsten Nachrichtensendung des Landes verweigert. Aber nein. Wir leben vielleicht in einer medialen Bananenrepublik, aber doch nicht in einer Würstlfabrik.

Aber man darf ja nix mehr sagen. Nicht einmal, dass man nichts mehr sagen darf, darf man eigentlich sagen. Aber das ist ja auch egal. Weil ich habe ja auch eigentlich eh nix gesagt.

 

* Die ehemalige Justizministerin Claudia Bandion-Ortner tritt als Vize-Generalsekretärin des umstrittenen Abdullah-Zentrums für Interreligiösen Dialog zurück.