Archiv für den Monat: September 2014

Ich schäme mich für uns (Teil II)

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Liebes Österreich: Wer nicht helfen will, sollte mitfühlen!

So viel wurde schon darüber geschrieben, über die Asyldebatte. Eine Debatte, die eigentlich keine sein sollte. Die Frage „Helfen wir?“, sollte keine Frage sein, sondern eine Selbstverständlichkeit. Aber einen Gedanken will ich dem noch hinzufügen: Angst zu haben ist viel gefährlicher, als Menschen aufzunehmen, die Hilfe benötigen.

Oft wird geschrieben: Flüchtlinge kommen, weil sie sich hier ein besseres Leben erhoffen. Das stimmt nicht ganz, finde ich: Sie kommen hierher, weil sie ganz einfach ÜBERLEBEN wollen. Das ist ein sehr großer Unterschied. Es sind Familien, die in ihrer Heimat und auf dem Weg hierher unvorstellbar Schreckliches durchgemacht haben. Familien, die auseinandergerissen wurden. Es sind Menschen, die Angst haben, eben keine Hilfe zu bekommen. Angst haben zu sterben. Und wir fürchten uns vor ihnen?

Angst sollten wir erst haben, wenn wir ihnen und ihren Kindern Hilfe verwehren. Dann sollten wir uns so richtig fürchten. Nämlich vor uns selbst, vor dem skrupellosen Land, in dem wir leben. Das ist einfach nur UNMENSCHLICH. Und dann, ja erst dann sollten wir auch Angst haben vor den Flüchtlingen. Weil wir sie dadurch zwingen ihr eigenes Leben und vor allem das ihrer Kinder mit allen Mitteln zu schützen. Allerdings ist das einfach nur MENSCHLICH!

Haben wir keine Angst vor Menschen, die selbst Angst haben! Denn die Angst ist bekanntlich der größte Feind des Menschen.

Ich schäme mich für uns (Teil I)

Zwei Seelen wohnen, ach! In unserer Brust.

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Martin Luther King, Rosa Parks, Nelson Mandela, Malala Yousufzai. Das sind Menschen, die wir verehren. Wir feiern sie als Helden. Weil sie für die Gleichberechtigung gekämpft haben, sogar ihr Leben in diesem Kampf aufs Spiel gesetzt haben. Ohne sie wäre die Welt um ein ganzes Stückchen schlechter. Da sind wir uns alle einig.

Aber dann hält eine bekannte 24-jährige Schauspielerin eine Rede vor der UNO, spricht bewegende Worte über Feminismus und Gleichberechtigung, und was passiert? Sie wird mit Spott, Hohn und Beschimpfungen überhäuft, weil sie angeblich zu privilegiert sei, um sich darüber zu äußern. Sie sei nicht dazu !berechtigt!? Zugegeben sie hat nicht kämpfen müssen. Aber sie hat eine Rede gehalten, bewegende Worte gesprochen. Und wir alle wissen, was Reden, was Worte bewirken können. Sie können Träumen helfen in Erfüllung zu gehen. Und sie können leider auch Wellen des Hasses auslösen.

Aber in diesem Fall ist das falsch, finde ich. Da wir alle gleichberechtigt sein sollten, darf sich auch jeder zu diesem wichtigen Thema äussern. Auch privilegierte Frauen. Auch Männer. Genau darum geht es ja in der Heforshe-Kampagne. Wer hier aufschreit hat nichts verstanden. Wer hier aufschreit, hat Angst. Angst vor Frauen. Dem Geschlecht, das ach so schwach gar nicht ist. Hat Angst, dass Frauen irgendwann in weiter Ferne doch noch einmal die gleichen Rechte haben könnten.

Gleichberechtigung tut nicht weh. Niemandem. Nur weil jemand mehr Rechte bekommt, werden sie jemandem anderen nicht genommen! Kapieren wir das doch endlich.