Archiv für den Monat: Mai 2014

To book, or not to book?

 

Schneller als erträumt, erhofft, sieht es so aus, als hätte ich einen gefunden. Einen Verlag, der bereit wäre, meinen Roman zu publizieren, zu drucken, zu veröffentlichen. Erinnert ihr euch noch an meinen ersten Blogeintrag? Da steht, dass genau das mein Ziel, und auch der Grund für diesen Blog ist.

Umso mehr werdet ihr mich jetzt für total verrückt halten, wenn ich euch sage, oder besser hier schreibe, dass ich zögere. Was ich selbst auch nie für möglich gehalten hätte vor ein, zwei Monaten.

Warum? Einerseits bin ich unglaublich dankbar. Bin gleichermaßen erstaunt, wie überwältigt, denn ich dachte ehrlich, meine Bemühungen, die Arme Richtung Agenturen und Verlage auszustrecken, wären vergeblich. Mein Blog, ein süßer, aber doch eher erbärmlicher Hilfeschrei: „Nehmt mich, nehmt mich, verlegt mich!“, der nie wirklich gehört werden würde. Ein Teil von mir denkt immer noch so. Derselbe Teil will auch, dass ich sofort „Ja“ schreie, Hände schüttle, Verträge unterzeichne.

Aber ich will vollkommen ehrlich sein, vorallem, oder gerade weil auch Verlage diese Zeilen lesen können. Denn in dieser Welt gibt es schon zu viele Unehrlichkeiten, Lügen, Halbwahrheiten, Ausreden. Deshalb lege ich meine Karten ganz offen auf den Tisch: Es gibt da noch diesen anderen Teil in mir. Der verunsicherte, ängstliche, zweifelnde Teil. Und der ist ein bisschen lauter. Ich höre auf diese Zweifel. Denn ich hatte sowieso beschlossen, alles noch einmal zu überarbeiten und die Zeit, die ich mir dafür nehme, will ich auch dazu nutzen, alles zu überdenken. Nicht den Roman selbst, der Inhalt steht. Sondern eher, was ich damit machen will. Wie ich publizieren will. Es gibt so viele Fragen, die ich beachten und beantworten sollte:

Erstens: Überall hört man jetzt, dass junge Autoren ohne Verlag besser dran sind, ihre Bücher doch rentabler „vere-booken“ sollten. Stimmt das denn? Und was ist, wenn es doch der falsche Weg ist? Ausserdem wollte ich doch so gerne ein gebundenes Exemplar in Händen halten.

Zweitens: Sollte ich doch noch auf andere Angebote, oder zumindest Antworten warten? Nicht, dass ich so schnell so überheblich und größenwahnsinnig geworden bin. Aber der Verlag, der mit mir zusammenarbeiten will, ist sehr klein. Soll ich es doch noch bei größeren Verlagen zumindest probieren? Was ist, wenn ich es später bereue, nicht einmal den Versuch gewagt zu haben? Was mir hier allerdings im Weg steht: Die großen Verlage wollen Exposé und Leseprobe auf dem „bad old“ Postweg. (Von meinem Postproblem habe ich euch ja schon mal erzählt.) Oh Mann, das wäre für mich so eine unvorstellbare Überwindung. Ich wollte ja ehrlich sein, also: Das war einer der Gründe, warum ich nur vier kleine Verlage angeschrieben habe. Ja, ja. Ich weiß…..Schüttelt ruhig die Köpfe. Ich stehe zu meiner Postphobie.

Drittens: Dieser Verlag macht kein Marketing. Das müsste ich selbst übernehmen. Da stellt sich zuerst die Frage: Kann ich das? Schaffe ich es, das Buch zu verkaufen. Um wieder einmal ehrlich zu sein, ich glaube eher nicht. Ich bin ja nicht einmal gut darin, mich selbst zu verkaufen. Wenn ich das noch dazu in der Öffentlichkeit tun müsste, käme das einem schlimmeren Albtraum gleich, und dazu müsste ich nicht einmal nackt sein. Eigenwerbung ist nichts für mich. Welch Ironie, nicht? Schließlich tue ich hier gerade ja nichts anderes. Aber ihr wisst ja gar nicht, wie schwer mir das fällt.

Also, mit diesen Fragen werde ich mich jetzt beschäftigen und währenddessen meinem Roman den letzten Schliff verpassen.

Vielleicht hat von euch ja jemand einen Rat, eine Empfehlung, was ich am besten tun sollte?

Gar nicht so leicht, hier die richtigen Entscheidungen zu treffen. Das will, oder muss alles gut überlegt sein. Eine zweite Chance gibt es vielleicht nicht. Also bitte Alina, vermassle das jetzt nicht!

 

Alles über meine erfolgreiche Verlagssuche gibt es hier.

 

 

Sieger sind sie doch alle – irgendwie!

victory

 

Das schöne an Wahlen in Österreich ist ja: Jeder darf sich selbst zum Sieger erklären.

Othmar Karas (Spitzenkandidat ÖVP):“Wir haben alle unsere Wahlziele erreicht, wir sind als erste mit deutlichem Vorsprung durchs Ziel gegangen.“

Eugen Freund (Spitzenkandidat SPÖ): „Wir haben den Abstand zur ÖVP verringert und ein Plus vor dem Ergebnis.“

Harald Vilimsky (Spitzenkandidat FPÖ) spricht von einem Sensationsergebnis: „Ich bin mehr als zufrieden.“

Ulrike Lunacek (Spitzenkandidatin Die Grünen): „Es ist ein Supererfolg“, und, „das schönste Geburtstagsgeschenk aller Zeiten.“

 Angelika Mlinar (Spitzenkandidatin NEOS): Mehr als 8% der Stimmen zu erzielen, „das hat auf Anhieb noch niemand geschafft“.

 

Ja, Politiker haben es so gesehen echt nicht leicht. Während Sportler bei einer Niederlage bittere Tränen weinen dürfen, müssen Politiker nach dem Wettkampf, also der Wahl, alles schönreden, schönfärben, sich abputzen.

Denn, wenn sie ihre Niederlage eingestehen, erklären sie sich ja möglicherweise für rücktrittsreif. Politischer Harakiri ist hierzulande aber halt eher, nein, ist absolut unüblich. Ausserdem ist ja bekanntlich nach der Wahl, schon wieder vor der Wahl. Man bleibt auf der Bühne, streckt stolz die Brust heraus und erklärt sich selbst als Sieger. Ist oft wahrscheinlich schwieriger, als einfach das Handtuch zu werfen. Aber wir, das Volk könnten uns das ja auch zum Vorbild nehmen. Denn, wenn es beim Volk durchgeht, müsste ja auch der Arbeitgeber, als Teil des Volkes, Verständnis zeigen. Oder nicht?

 

Das nächste Mitarbeitergespräch könnte dann so ablaufen:

Ich hab 90% der Arbeit nicht erledigt? Hm? Nein, das sehen sie ganz falsch. Das stimmt so nicht und das würden sie auch erkennen, wenn sie richtig recherchiert hätten, Chef! Ich habe nämlich die 10%, die ich erledigt habe, zu 100% erledigt. Mehr habe ich ja auch gar nicht von mir selbst erwartet. Das Ziel, dass ich mir selbst zu Beginn meiner Tätigkeit gesteckt habe, nämlich 5% zu erledigen, habe ich sogar verdoppelt. Eines nach dem anderen! Jawohl. Und was sie hier vollkommen ausser Acht lassen, ich bin von Tag zu Tag besser geworden, habe mehr Prozent von den 10% erarbeitet. Das ist alles eine sehr positive Entwicklung. Das werden sie ja auch erkennen. Und überhaupt, schauen sie sich den Herrn Huber an, der macht um 10h Mittagspause, noch bevor er 2% seiner 5% erledigt hat. Das sollte ihnen zu denken geben!“

 

Noch ein kleiner Hinweis: Ausprobieren auf eigene Gefahr. Für Selbstversuche und den Fall einer fristlosen Kündigung übernehme ich keine Haftung.