Archiv für den Monat: April 2014

Das Internet ist eine Nummer zu groß für uns alle!

 

netz

 

Elke Lichtenegger, Markus Lanz, Conchita Wurst, Larissa Marolt….who wants to be next?

Als ich zu Beginn der 2000er Jahre Kommunikationswissenschaft studiert habe, hieß die Bibel des Studiums noch „Praktischer Journalismus in Zeitung, Radio und Fernsehen.“ Von Internet ist da kaum die Rede gewesen. Heute klingt dieser Titel überholt, fast wie aus dem Mittelalter. Die Situation hat sich in den letzten Jahren schlagartig geändert. Denn die Kommunikation wird immer schneller und der Grund dafür ist natürlich das Internet. Heutzutage konsumieren die Menschen erst die Nachrichten, nachdem sie die neuesten Meldungen über SocialMedia-Plattformen erfahren haben, über ihre sogenannten Freunde. Irgendwer postet da eine Todesmeldungen, macht dort aus einer Naturkatastrophe einen Witz, bagatellisiert einen Selbstmord und macht sich über Mobbing lustig. Nachrichten werden personalisiert.

Das birgt jede Menge Potential, nämlich Gefahrenpotential. Ein bisschen Segen für jede Menge Fluch. Jede Meldung wird ohne zu Zögern mit Meinung vermischt. Der „Post“zug fährt los und schon springen die Massen auf. Es wird „geliked“, „geshared“ und gepostet, ohne dass darüber nachgedacht wird, was Angehörige denken, wer dabei die Opfer sind, wer sich kränken könnte. Und ohne die Meldung überprüft zu haben, auf ihren Wahrheitsgehalt.

Hier ist es aus dem Zusammenhang gerissen, aber ich gebe Angela Merkel vollkommen Recht, wenn sie sagt, dass das Internet für uns alle Neuland ist. Schon die Reaktionen auf ihre Aussage, haben das bestätigt. In wenigen Minuten verbreiten sich solche Sätze wie Lauffeuer über das Netz. Alle zeigen mit dem Finger, klauben zwanghaft maximal 140 Zeichen zusammen, wirklich reflektiert wird nicht.

Wellen der Boshaftigkeit überschwemmen Twitter und Co., sogenannte Shitstorms brechen los. Hier zeigt sich wieder wie gefährlich der Mensch im Rudel ist, noch dazu unter dem Deckmantel der Anonymität, als Synonym.

Ich würde sogar soweit gehen, zu sagen, das Internet ist eine Nummer zu groß für uns. Denn wir müssen uns bei der Nutzung selbst regulieren und aufpassen was wir sagen, mögen und teilen. Ich werde gleich einmal anfangen darüber nachzudenken. Aber nicht zu viel, denn ich will nicht, dass dieses Internet, dieses Facebook und Co. mehr Platz in meinem Leben einnimmt, als es nötig ist. Darüber werde ich auch gleich nachdenken. Wie viel davon ist denn nötig. Denn das wirkliche Leben findet schließlich woanders statt – ausserhalb des Internets. Geht’s hier wieder raus?

 

Wer das gelesen hat, wollte auch das hier lesen.

Zu persönlich!

schild

Also ich war dabei zu erklären, warum ich diese Sache mit dem Buch vielleicht etwas falsch angegangen bin. Erstens gibt’s schon nachzulesen und Zweitens folgt sogleich:

 

Ich durchlebe eine Identitätskrise. Für mich ist dieses bloggen eigentlich gar nichts. Mir ist das viel zu persönlich. Falsch. Umgekehrt! Mir ist meine eigene Person dadurch viel zu öffentlich. Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich sehr ungern über das spreche, was mich beschäftigt. Und jetzt habe ich mich selbst dazu gezwungen, es euch allen hier mitzuteilen. Wieso tue ich sowas? Bin ich total deppert?

Ich bin täglich drauf und dran, das alles wieder abzudrehen, wieder einmal alles hinzuschmeissen. Aber ich habe das Gefühl, ich stecke da jetzt schon zu tief drinnen. Hab‘ mich da in etwas reingeschrieben, aus dem ich mich nicht so einfach wieder ausloggen kann. Ausserdem freue ich mich doch so sehr, dass sich schon 105 Mitleser auf meiner Facebookseite eingefunden haben. Das ehrt mich ungemein, setzt mich aber auch wahnsinnig unter Druck.

Abgesehen davon fehlt mir ja eigentlich die Zeit für diese Dinge. Und mein zweites Buch leidet auch unter dem Blog. Mehr als 20 Minuten pro Tag bleiben mir nicht zum Schreiben. Blog oder Buch? Buch oder Blog? Oder vielleicht doch einfach mal in die Luft schauen?

War das jetzt schon ein Drittens? Ich glaube schon. Dann folgt halt bald ein Viertens oder doch wieder einmal eine Leseprobe? Aus dem alten Buch oder aus dem neuen? Wow, der Druck macht mich fertig!

 

Schönen Sonnentag!

 

Alles über meine erfolgreiche Verlagssuche gibt’s hier.